Gasthaus Spinas
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Der Knecht, der zum Geschäftsführer wurde

Wir sind für zwei Nächte im Gasthaus Spinas, im Bevertal, Graubünden, zu Gast. Schon beim Ankommen begrüsst uns der Gastgeber und Geschäftsführer Roland Gruber – ein “Alpöhi” mit Vollbart und stolzer Frisur – persönlich und nennt uns beim Namen. Ein gutes Zeichen. Nur selten wird man in einem Gasthaus mit dem eigenen Namen willkommen geheissen, bevor man sich angemeldet hat. Klar, an diesem Spätnachmittag sind wegen des nicht mehr ganz sommerlichen Wetters nicht (mehr) viele Gäste anwesend. Trotzdem bemerkenswert.

Wir beziehen unser einfaches, aber hübsches Zimmer im 1. Obergeschoss. Es gibt nur ein Lavabo mit fliessendem Quellwasser. Die Dusche und das WC sind – wie in vielen Berggasthäusern üblich – auf der Etage. Nach einer Ruhepause gehen wir nach unten, um ein Abendessen zu geniessen. Roland Gruber kommt zu uns an den Tisch und sagt, “wir duzen uns hier, wenn es recht ist; ich bin AK”. Wir nennen unseren Namen und AK heisst uns erneut willkommen.

Dann gibt er uns mündlich das Tagesmenu bekannt. Es handelt sich um ein Dreigangmenü – je für Fleisch- oder Vegi-Esser – für CHF 39. Alternativ gibts die Karte. Wir entscheiden uns fürs Tagesmenu mit Fleisch.

Für den ersten Gang kann man wählen zwischen einer Suppe und einem Salat. Alles aus regionalen Zutaten. Wir entscheiden uns für eine herrliche Minestrone à la Spinas. Schön heiss und ansprechend serviert, dazu frisches Brot. Dann folgen überaus saftige Spareribs vom Appenzeller Säuli mit frischem, knackigen Gemüse und Bratkartoffel. Eine Riesenportion. Noch selten haben wir so feine Spareribs gegessen. Unsere Nachfrage beim Koch ergibt, dass er sie einlegt in eine Marinade mit Wachholder, sie lange köchelt und dann nochmals heiss brät. Einfach fantastisch.

Spareribs vom Appenzeller Säuli mit Gemüse und Bratkartoffeln

Dazu gönnen wir uns eine Flasche Pinot Noir 2018 vom Fläscher Weinbauer Andrea Davaz. Ein herrlicher Rotwein mit rotbeerigem, intensiven, komplexen und trotzdem eleganten Burgunderaromen, der eine konzentrierte, lang anhaltende Frucht mit weichen Tanninen zeigt. Sehr zu empfehlen! Auch der Preis in der Gaststube ist sehr angemessen.

Als dritter Gang entscheiden wir uns für den Glacé-Becher Spinas bzw. für die Crème brulé. Auch dieser Gang ist sehr lecker und unsere Bäuche sind mehr als voll.

Da heute Abend aufgrund des eher mässigen Wetters und der gesunkenen Temperaturen nur noch wenig Gäste in der Gaststube sind, hat AK auch Zeit für einen Schwatz. Natürlich nimmt uns Wunder, wieso er sich AK nennt. Zu unserer Freude erzählt er uns seine Geschichte: Als junger Bursche war er in der Ausbildung bei einem Lehrmeister – nennen wir ihn einfach Allemann. Seine Freunde und Kollegen nannten ihn deshalb “den Knecht von Allemann” oder eben kurz AK. Weil dieser Lehrmeister AK soviel Gutes und fürs Leben Lehrreiches beigebracht hat, hat Roland Gruber das Kürzel im Gedenken und zur Ehre seines Lehrmeisters bis heute beibehalten. In der Zwischenzeit ist er vom Lehrling zum Geschäftsführer eines bemerkenswerten Gasthauses aufgestiegen!

Ganz nebenbei erfahren wir, dass Roland Gruber, also AK, auch der Erfinder des in der Zwischenzeit legendären Getränks “Hugo” ist. Im Spinas kann man den Hugo original trinken!

Gasthaus Spinas Val Bever, Tel. +41 81 851 19 20

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